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Anmeldung zur eingeschränkten Betreuung im Kindergarten

Mittwoch, 10. Juni 2020 um 08:00 Uhr

Corona-Virus;
Kinderbetreuung in besonderen Zeiten

Sehr geehrte Eltern,
ein besonders aggressiver Virus hält die Welt seit Anfang des Jahres in Atem. Seitdem ist nichts mehr wie es war.

Am 13. März wurde das gesamte öffentliche und private Leben auf ein Minimum gekürzt und am
16. März sind alle Kindertagesstätten geschlossen worden. Damit sind auch Sie vor eine große Herausforderung gestellt worden. Obwohl die Pandemie derzeit gezielt eingedämmt wird, ist sie noch immer allgegenwärtig- solange es kein wirksames Medikament zur Behandlung und kein Impfstoff angeboten werden kann. Zwischen Freizügigkeit und Gesundheitsschutz liegt heute ein sehr schmaler Grat, Kontaktbeschränkungen sind weiter verordnet, besondere Hygiene vorgeschrieben, Abstandsregeln einzuhalten und Mund-Nasen-Abdeckung bereits Alltag.

Die Kinderbetreuung unterliegt immer noch hohen Einschränkungen. Lockerungen unterliegen den Regeln und Richtlinien des Robert-Koch-Instituts, den Verordnungen des Landes und den Weisungen des Jugendamtes im Landratsamt. Wir sind in Kalbach bemüht, so viele Kinder wie möglich, in den fünf Einrichtungen wieder aufzunehmen, müssen aber auch feststellen, dass viele Möglichkeiten nicht oder wenig umsetzbar sind. Dabei gilt es folgende Eckdaten zu beachten:

Es muss Personal vorhanden sein. Durch Krankheit und Risikozugehörigkeit fehlen bis zu 40% der Personalkapazitäten. Da weiter nur Fachpersonal (Erzieher/innen) im weiterhin notwendigen Umfang nach dem KiFöG einzusetzen ist, heißt das Gruppenschließung = keine Normalität.

Auch die Gruppenbesetzung ist eingeschränkt. Nach den Vorgaben und Richtlinien sollen Gruppen nur noch mit der Hälfte der Kinder besetzt werden und gleichzeitig muss eine strikte Trennung von Personal und Kinder der jeweiligen Gruppe sichergestellt werden, was die Kapazitäten wieder verkleinert.

Besondere Hygienemaßnahmen fordern das Personal zusätzlich. Und anders als im Geschäft, in der Gaststätte, kann die Abstandsregel bei unseren Kindern nicht eingehalten werden.

Dies zu berücksichtigen ist nicht einfach. Wir sind allen Erzieherinnen und Erziehern dankbar, dass Sie Ihre Arbeit mit Freude und der notwendigen Verantwortung erbringen und dabei alle Kinder im Blick haben und das Infektionsrisiko klein halten. Deshalb wurde auch deutlich festgelegt, dass zunächst nur die Kinder in die Betreuung aufgenommen werden, deren Eltern „systemrelevant" arbeiten, das eine Vorgabe des Landes ist, die bislang nicht aufgehoben wurde.
In der zweiten Stufe haben wir uns zusammen mit allen Leitungen und im Einvernehmen mit den kirchlichen Trägern dafür ausgesprochen, bis zu den Sommerferien alle Vorschulkindern eine tägliche Betreuung anzubieten. Damit werden 40-60% aller Kinder erfasst. Wir waren uns aber dabei im Klaren, dass zusätzliche Betreuungsplätze nur dann möglich sind, wenn noch Personal, Räume, getrennte Toilettenanlagen, Außenbereiche vorhanden und das Einhalten der Hygieneregeln möglich ist. Dies hat nach der Prüfung ab 25.5. bis 8.6 2020 dazu geführt, dass leider in fast allen Einrichtungen unter den gegebenen Einschränkungen keine Plätze mehr zur Verfügung stehen.

Ausnahme: Kindertagesstätte „Kinderland" Niederkalbach

Nach Auswertung der ersten Erfahrungen sind wir nun in der Planung, wie wir den restlichen Kindern den Besuch im Kindergarten vor den Sommerferien doch noch ermöglichen können, wenn auch eingeschränkt. Wir werden z.B. Personal der Kinderkrippe „Wirbelwind" in anderen Einrichtungen einsetzen, um dort Personal aufzustocken, was fehlt.
Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass die Notbetreuung absoluten Vorrang hat. Umfangreiche Schutzmaßnahmen müssen erfüllt werden, insbesondere die personelle und räumliche Trennung ist wichtig; weder Kinder, noch Personal dürfen durchgemischt werden, da sonst im Falle einer Infektion das ganze Haus geschlossen werden muss.

In Niederkalbach werden wir mit einem getrennten Zugang den Turn- und Schlafraum für eine weitere Gruppe an drei Wochentagen zur Verfügung stellen. Dabei werden zeitversetzt 3 Gruppen betreut:
Für diese Gruppen können Kinder aus allen Kindergärten angemeldet werden.

Mittwoch - Freitag 7.30 Uhr - 14.00 Uhr, ohne Mittagsverpflegung
Bringzeit: 7.30 Uhr - 9.00 Uhr - Abholzeit: 12.30 Uhr - 14.00 Uhr
Betreuungszeiten:
17.06. - 19. 06.2020 Gruppe I
24.06. - 26.06.2020 Gruppe II
01.07. - 03.07.2020 Gruppe III
08.07. - 10.07. 2020 Gruppe I
15.07. - 17. 07. 2020 Gruppe II
22.07. - 24. 07.2020 Gruppe III

Da die Plätze nicht für alle Eltern reichen, wird nach folgender Priorisierung die Platzvergabe erfolgen:
1. Kinder, der Geschwister schon betreut werden,
2. Kinder, wo beide Eltern berufstätig sind und nachweislich eine andere Betreuung nicht möglich ist.
3. Kinder, bei denen eine soziale Härte gegeben ist (diese wird vom Jugendamt in Fulda geprüft)

4. Eine Betreuung wird abgelehnt, wenn ein Kind Krankheitssymtome aufweist oder das Kind bzw. die Eltern vorher Kontakt mit infizierten Personen hatten.

Alle Betreuungsanträge werden zentral über das Rathaus geprüft; Ansprechpartner ist der Unterzeichner per Mail. Wir bedauern, dass nicht allen Kindern ein Platz angeboten werden kann. In einem separaten Blatt haben wir Alternativen aufgezeigt, die es gilt, zu nutzen.

Wir haben auch geprüft, ob Außengruppen im Bürgerhaus Heubach, Mittelkalbach oder Niederkalbach bzw. im Vereinshaus Oberkalbach möglich sind, was uns aber allein durch die personellen Vorgaben aus der Hand genommen wurde.

Die Sommerferien bleiben bestehen, weil diese seit langer Zeit geplant und bekannt sind.
Jede Kommune, jeder Träger und jede Einrichtung ist unabhängig und getrennt voneinander zu betrachten. Da das Virus weiterhin aktiv ist, hat der Schutz und die Gesundheit Ihrer Kinder, Ihrer Familien und des KiTa-Personals oberste Priorität bei allem Handeln.

Da wir nicht wissen, wie sich die Pandemie entwickelt, kann auch nur unter den heute gegebenen Fakten die derzeitige Situation beurteilt werden. Wir beobachten die Lage und werden angepasst reagieren.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag:

(Schmidt)

 

Anlage:

Das Land Hessen stellt immer aktuell die Maßnahmen im Rahmen der Kinder-Notbetreuung auf der Internetseite des Sozialministeriums zusammen:

https://soziales.hessen.de/gesundheit/infektionsschutz/corona-hessen/eingeschraenkter-regelbetrieb-ab-dem-2-juni

Daraus ist ersichtlich, das nur bestimmte Berufsgruppen einen Anspruch auf Notbetreuung im Kindergartenbereich haben.


Alternativ lässt das Land zu, dass sich Eltern zu Betreuungsgemeinschaften zusammenschließen.
Dies bedeutet, dass sich 2 oder 3 Familien zusammentun können und die Betreuung ihrer Kinder selbst regeln
(z.B. diese Woche Betreuung durch Familie 1, nächste Woche durch Familie 2 dann Familie 3).


Außerdem kann beim Landratsamt Fulda erfragt werden, ob in der Kindertagespflege noch Plätze zur Verfügung gestellt werden können.
Hierzu am besten den Behördenruf unter 0661 115 fragen.


Verdienstausfall
Soweit finanzielle Unterstützung notwendig ist, weil ein Elternteil unbezahlten Sonderurlaub nehmen muss, hilft das Land weiter. Neuerdings können sich Eltern bis zu 2 x 10 Wochen freistellen lassen. Für die Anträge ist hessenweit das Regierungspräsidium Darmstadt zuständig. Anträge auf Ersatz des Verdienstausfalls können unter https://ifsg-online.de/index.html gestellt werden.